Der Coronavirus und was dies für Sie und uns bedeutet.

Liebe Patienten und Patientinnen. 

Die Behörden haben den Notstand verkündet wegen dem Coronavirus. Für unsere Praxis hat das auch folgen, welche wir hier auflisten werden:

 

 

  • Grundsätzlich ist die Praxis offen
  • Hygienevorschriften wurden verschärft
  • Patientinnen und Patienten sollen Abstand halten und sich die Hände an den bereitgestellten Desinfektionsständern richtig reinigen
  • Wer sich krank fühlt, Fieber hat oder hustet, bleibt zwingend zu Hause (in der aktuellen Situation wird kulant mit begründeten, kurzfristigen Absagen umgegangen)
  • Alle nicht absolut zwingend notwendigen Behandlungen von Risikopatienten werden aktuell nicht weitergeführt. Die Gefahr für die Patienten ist zu gross. Risikopatienten dürfen unter keinen Umständen in die Praxis kommen.
  • Bitte rufen Sie uns an, wenn sie nicht wissen, was Sie tun sollen.
  •  Wir werden Sie über allfällige Informationen bezüglich diese Richtlinien auf den aktuellsten Stand halten.
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Die Sache mit Schörri, Schurri, Schürri oder Schorri, kann auch aber Schleuniger sein.

 

Sonntagnachmittag. Nach einer schönen morgigen Biketour am Rhein entlang über eigentlich zu schmale Wander- und Radpfade sass ich in meinem Schaukelstuhl von Ikea und schaute mir gerade Biathlon (Massenstart Frauen / Männer) und ärgerte mich darüber dass Denise Herrmann 4 x danebenschoss im stehend schiessen. Also 4 Strafrunden kassierte und damit chancenlos für eine vordere Platzierung. Da klingelte es. Vor meiner Haustür stand eine liebenswerte ältere (Komparativ) Dame mit Rollator und allem.. Die deutsche Sprache kaschiert mit dem Komparativ, dass es sich eigentlich um eine alte Person handelt. Älter hört sich irgendwie netter an, ändert aber nichts an der Tatsache). Die Dame entschuldigte sich für die Störung. Meine Antwort, ich könne dadurch die schlechte Schiessleistung von Denise Herrmann verdrängen, wurde irgendwie nicht ganz verstanden, aber die Dame liess sich nicht weiter aus ihrem Konzept bringen und fragte, ob ich wisse, wo hier im Quartier (ja, sie sagte Quartier (in Holland ist das eine Zeitdauer von 15 Minuten, aber das nebenbei), also im Quartier die Frau Schörri wohne. Die wolle sie besuchen. In welcher Strasse die besagte Person wohne, war meine berechtigte (so meinte ich) Frage. Das wisse sie nicht. Auch der Name könnte etwas anders sein, aber Schörri oder Schorri schien ihr am ehesten zutreffend, wenn es nicht Schurri oder Schürri. Mein Angebot, mal im Telefonbuch nachzuschauen, wurde begeistert empfangen und so spazierte eine ältere Dame mit neueren Modell Rollator herein und wir begaben uns zum PC. Aber entweder hatte die gesuchte Person kein Telefon, hatte eine Geheimnummer oder hiess anders. Alle Variationen lieferten für Bad Zurzach ein negatives Ergebnis. Als die Dame bei dem Namen Schleuniger die Vermutung äusserte, sie kenne diesen Namen, habe ich ihr empfohlen zu Hause mal nachzuschlagen, wo die gesuchte Person wohne. Das wolle sie dann tun und verliess samt Rollator unser Quartier.

Endlich konnte ich mich wieder Denise Herrmann widmen, die beim 2. stehend Schiessen nochmals ein paar Mal daneben geballert hatte. Aber kaum sass ich,da klingelte es wieder.

Als ich die Tür öffnete stand da wieder die ältere Dame, die mich ansah als wolle sie sagen: ``Was machen Sie denn hier. Ich muss zu Frau Schörri oder wie sie auch heissen möge.`` Aber sie sagte dann, sie verstehe nicht wo die Frau Schörri nun wohne. Das müsste doch in diesem Quartier sein.

Daraufhin habe ich die Dame angeboten sie bis ins Altersheim (Im Pfauen, das neue) zu begleiten. Das wäre nicht nötig sagte sie und so schlenderte sie in Richtung Barzstrasse und verschwand endgültig aus meinem Sonntagnachmittagleben. Und wenn sie Frau Schörri nicht gefunden hat, so sucht sie bis heute.

 

 

 

Info zu Rollator:

Vorläufer

Gehgestell

Als Vorläufer der heutigen Rollatoren können Lauflernhilfen für Kinder gelten, die seit dem 15. Jahrhundert bekannt sind. Auch sie bestanden bereits aus Gestellen, die mit Rollen versehen waren und die Kinder meist unter den Armen abstützten. Während des Ersten Weltkriegs kam es aufgrund der hohen Zahl von Versehrten zur Neuentwicklung zahlreicher medizinischer Hilfsmittel. So wurde in der von Heinrich Jakob Bechhold herausgegebenen Zeitschrift Die Umschau 1916 erstmals ein „lenkbares ‚Gehrad‘“ für Erwachsene beschrieben und abgebildet. Es verfügte über drei Räder, einen Lenker mit Handgriffen und wie die frühen Lernlaufhilfen über zwei Unterarmstützen.

Der unmittelbare Vorläufer des heutigen Rollators ist das vierbeinige Gehgestell, auch Gehbock genannt, das der Brite William Cribbes Robb 1949 zum Patent anmeldete. Das einfache Gestänge verfügte zunächst über keinerlei Räder. Bei späteren Modellen wurden zwei Stützen mit Rollen versehen. Diese Gehhilfen verleihen ihren Nutzern mehr Standfestigkeit als z. B. Gehstöcke, müssen aber anders als Rollatoren vor jedem Schritt angehoben und wieder abgesetzt werden. Da dies viele Patienten auf Dauer anstrengt, eignen sie sich kaum für längere Strecken und werden meist nur in Innenräumen verwendet. In den USA wurde 1957 eine ähnliche Gehhilfe patentiert, die erstmals über vier Rollen verfügte. Sie setzte sich auf dem Markt jedoch nicht durch.

 

Der orthopädische Roller, der 1986 von dem Briten Michael Reid erfunden wurde, geht im Prinzip auf Unterknie-Prothesen – ohne Rollen oder Räder – zurück, die seit dem Mittelalter, möglicherweise schon seit der Antike im Gebrauch sind. Der Roller wurde 1993 in die medizinhistorische Sammlung des Londoner Science Museums aufgenommen.

Heutige Rollatoren

Den Rollator in seiner modernen Form erfand 1978 die Schwedin Aina Wifalk, die aufgrund einer Kinderlähmung selbst gehbehindert war. Dem Gehbock mit vier Rollen fügte sie Handbremsen und eine Sitzfläche zum Ausruhen hinzu. Dank seines robusten Gestänges und seiner größeren Räder, von denen die vorderen lenkbar waren, eignete sich das Gerät auch für die Verwendung im Freien und erhöhte damit die Mobilität der Nutzer. Über den schwedischen Entwicklungsfonds fand Aina Wifalk Kontakt zu einem Unternehmen, das einen Prototyp anfertigte.[5] Der Produktname Rollator setzte sich mit der Zeit in zahlreichen Sprachen als Gattungsbegriff durch.

 

Seit den 1990er-Jahren sind Rollatoren auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz verbreitet und können ärztlich verordnet werden. Die Absatzzahlen von Rollatoren haben sich seit der Einführung vervielfacht. In Deutschland etwa wurden 2012 über 425.000 Stück verkauft] und 2016 benutzten einer Schätzung zufolge bis zu drei Millionen Menschen regelmäßig einen Rollator. Neben Sanitätshäusern und Internethändlern bieten inzwischen auch große Supermärkte und mitunter Discounter Rollatoren als Aktionsware an.

 

Orthopädische Roller zur Fußentlastung sind seit Ende der 1980er Jahre vor allem in England und in den USA verbreitet. In Deutschland sind diese Geräte bisher noch wenig bekannt.

 

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Die Sache mit der Tagbenennung.

 

Es gibt viele Kalendertage, die einen eigenen Namen haben. Jeder kennt ein paar. So z.B. der Tag der Arbeit (1. Mai). Oder der internationale Frauentag am 8. März, Tag der Hausfrau (3. November) und Schwiegermuttertag (27. Oktober). Und dann der Tag des Olivenöls (30. September). Letztgenannte  zwei Tage stammen aus den USA, wo man sonst ja keine andere Probleme kennt als das Bedenken von kuriosen Feiertagen. Alleine schon für den Monat Februar haben sich die Amerikaner folgende Namen ausgedacht:

 

1.      Februar: Eis-zum-Frühstück-Tag und den Tag worauf ich noch zurückkomme: «Ändere-Dein-Passwort-Tag»

 

2.      Groundhogday (Murmeltiertag), bekannt vom film mit Bill Murray.

 

3.      Tag des Karottenkuchens.

 

4.      Tag der hausgemachten Suppe.

 

5.      World-Nutella-Day und «Hast-du-gepupst?-Tag»

 

6.      Lame-Duck-Day.

 

7.      Liebe-deinen-Roboter-Tag

 

Und so kann man weitermachen. Das ganze Jahr lang.

 

Ich möchte aber den 1. Februar (ändere-dein-Passwort-Tag) und den 7. Kombinieren, denn ich habe versucht mit Hilfe meines «Hausroboters», meine Alexa in Form eines ``Echo-Dots``.

 

Also gestern, am 1. Februar, habe ich versucht ein sichereres Passwort zu erstellen mit Hilfe meines Echo-Dots. Ein Passwort erstellen ist an bestimmten Regeln gebunden, die ich nicht alle kenne. Daher mein Versuch es mit Hilfe von meinem Echo-Dot zu versuchen.

 

Der Echo-Dot muss man immer zuerst aktivieren indem man ihn mit ``Alexa`` anspricht. Alexa ist aber ein Roboter den neuesten Generation und hat einige weiblichen Eigenschaften eingebaut bekommen. Bis gestern wusste ich nicht genau, was das heissen sollte. Nach gestern schon.

 

Das ganze spielte sich folgendermassen ab:

 

Ich: `` Alexa: schlage mir ein sicheres Passwort vor``

 

Alexa: `` Ein Passwort ist etwas sehr Persönliches. Woran hast du selbst so gedacht``.

 

Ich: `` O.  Ich dachte an: babysitter. Alles klein geschrieben``.

 

Alexa: `` Das geht nicht. Ein Passwort muss mindestens einen Grossbuchstaben haben.``

 

Ich: ``Also dann: Babysitter. Mit Hauptbuchstabe B.``

 

Alexa: ``Das geht nicht. Ein Passwort muss mindestens eine Zahl enthalten``.

 

Ich: `` Also dann: 1 Babysitter. Mit Leerzeichen zwischen 1 und Babysitter``.

 

Alexa: `` Das geht nicht. Es dürfen keine Leerzeichen im Passwort vorkommen``.

 

Ich (*ç»&(?)): 1Babysitter. Aneinander und mit Grossbuchstabe B.``

 

Alexa: Das geht nicht. Ein Passwort muss mindesten ein Sonderzeichen enthalten``.

 

Ich (*ç»&(?)»&(?)): `` also gut: 1Babysitter!!!. Mit drei Ausrufezeichen. ``

 

Alexa: `` Das geht nicht. Es dürfen nicht mehr als ein gleiches Sonderzeichen verwendet werden``.

 

Ich, jetzt leicht rot angelaufen und laut, nicht ganz jugendfrei, fluchend: `` Weiss du was: 1BabysitterdukannstmirmalmiteinemAusrufezeichen!. So in Ordnung!!!!?``

 

Alexa: ``Das Passwort geht nicht. Ist schon vergeben``.

 

 

 

 

 

Anhang:

 

Übersicht der « Kuriosen Feiertage» des Monats Februar:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1. Februar:

 

 

2. Februar:

 

 

3. Februar:

 

 

4. Februar:

 

 

5. Februar:

 

 

6. Februar:

 

 

7. Februar:

 

 

8. Februar:

 

 

9. Februar:

 

 

10. Februar:

 

 

11. Februar:

 

 

12. Februar:

 

 

13. Februar:

 

 

14. Februar:

 

 

15. Februar:

 

 

16. Februar:

 

 

17. Februar:

 

 

18. Februar:

 

 

19. Februar:

 

 

20. Februar:

 

 

21. Februar:

 

 

22. Februar:

 

 

23. Februar:

 

 

24. Februar:

 

 

25. Februar:

 

 

26. Februar:

 

 

27. Februar:

 

 

28. Februar:

 

 

29. Februar:

 

 

 

 

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Die Sache mit der Babylüge (durch Angelika Hardegger von der "Neuen Zürcher Zeitung")

 

Als Baby wird Sarah Ramani Ineichen von Schweizer Eltern adoptiert. 35 Jahre später sucht sie in Sri Lanka die leibliche Mutter. Sie findet heraus, dass ihr zweiter Vorname eine Lüge ist, der Geburtstag vielleicht auch. Und sie ist bei weitem nicht die Einzige.

 

Am 5. März 1981 unterzeichnet Neranjala Kandeepan* die Lüge.

 

Ich, Neranjala Kandeepan, wohnhaft in 87810, 2nd Lane Kuruppu Road Borella, Buddhistin, erkläre, dass ich die Mutter von Ramani bin, geboren in der Castle Street Maternity in Borella am 23. Februar 1981.

 

Frau Kandeepan erhält 30 Dollar für die Unterschrift. Sie lebt im Armenviertel von Colombo. Sie braucht das Geld.

 

Ich gebe mein volles Einverständnis zur Adoption gemäss dem Amendment of Children’s Act Nummer 38. Ich kenne und verstehe die Konsequenzen einer Adoption und habe keinen Anspruch mehr auf das Kind. Ich gebe mein Einverständnis an Herrn und Frau O., wohnhaft in der Schweiz, derzeit wohnhaft an der 282/7 Galle Road, Colombo.

 

Herr und Frau O. sind ein junges Paar. Er ist 32, im Bauwesen tätig, mit eigenem Büro; sie 29, eine attraktive Frau, Sekretärin. Frau O. könnte eigene Kinder bekommen. Aber das Paar will ein Baby aus Sri Lanka adoptieren, eines, das Schutz braucht. Also reisen sie nach Sri Lanka und holen Ramani. (Foto: © Bereitgestellt von Neue Zürcher Zeitung AG)

 

Das erste Foto von Ramani hatten Herr und Frau O. per Post erhalten. Verschickt wurde das Foto in Bollingen am Zürichsee, Kanton St. Gallen. Dort betreibt Alice Honegger ein Mütterhaus und eine Adoptionsvermittlung. Seit 1979 vermittelt die damals 65-Jährige Kinder aus Sri Lanka in die Schweiz. Das Geschäft ist lukrativ. 1981, in dem Jahr, in dem Ramani in die Schweiz kommt, weist Alice Honegger einen Gewinn von 97 000 Franken aus. Das geht aus einem Bericht hervor, den der Kanton St. Gallen über die mittlerweile verstorbene Alice Honegger publiziert hat.

 

Am 16. März 1981 telegrafiert die Schweizer Fremdenpolizei ein Visum für Ramani in die sri-lankische Hauptstadt Colombo. Herr und Frau O. steigen mit dem Säugling in das Flugzeug. Sie geben ihr einen deutschen ersten Vornamen, Sarah. Vom Flughafen aus fahren sie heim ins Einfamilienhaus in Nidwalden, sieben Zimmer, Erstklassküche, Aussicht auf den See.

 

Um die 700 Schweizer Paare haben in den achtziger und neunziger Jahren ein Baby aus Sri Lanka adoptiert. Woher die Kinder kamen, wollte kaum jemand so genau wissen. Jetzt holt die Vergangenheit alle Beteiligten ein. Denn die Kinder sind erwachsen geworden – und sie forschen nach.

 

2017 machte der niederländische Fernsehsender Zembla publik, dass zu jener Zeit Tausende Säuglinge mit gefälschten Identitäten zur Adoption nach Europa freigegeben wurden. Die sri-lankische Regierung bestätigte in der Sendung die Existenz von «Baby-Farmen», wo Mütter und Kinder bis zur Adoption untergebracht waren. Laut den Recherchen von Zembla gab es auch Adoptivkinder, die ihren Müttern gestohlen wurden. Andere Mütter wurden offenbar genötigt, die Kinder für wenige Rupien wegzugeben.

 

In der Schweiz ist die Aufarbeitung des Skandals 2018 angelaufen, vorerst in St. Gallen, wo mit Alice Honegger die wichtigste Adoptionsvermittlerin tätig war. Vor drei Wochen hat der Kanton seinen Bericht über Honegger und deren Aufsicht durch die Behörden veröffentlicht. Das Fazit: Die zuständigen Stellen beim Kanton haben ihre Aufsicht «ungenügend» wahrgenommen. «Man drückte öfter ein Auge zu und sah nicht genau hin.»

 

Juli 1980. Claude Ochsenbein, Schweizer Botschafter in Colombo, erhält Post vom Bundesamt für Ausländerfragen in Bern.

 

Obschon bis heute keine ernsthaften Klagen gegen Frau Honegger bekanntgeworden sind, haben sich einzelne Stellen, die sich mit dem Pflegekinderwesen befassen, beunruhigt über die Vermittlertätigkeit geäussert. (. . .) Sollten Sie (. . .) den Eindruck gewinnen, es handle sich um einen lukrativen Kinderhandel, sind wir Ihnen für einen entsprechenden Hinweis dankbar.

 

Im selben Monat deponiert ein Ehepaar beim St. Galler Justiz- und Polizeidepartement eine Beschwerde. Das Paar wollte ein Kind adoptieren. Die Frau gibt zu Protokoll, das Beratungsgespräch mit Honegger sei «schockierend» verlaufen. Von Beratung könne kaum gesprochen werden. Das Gespräch habe sich nur um Geld gedreht.

 

Eineinhalb Jahre später, im Januar 1982, berichtet die New Yorker Tageszeitung «Daily News» von einer Razzia in einer «exportorientierten Babyfarm» in Sri Lanka. Die Babys würden den leiblichen Müttern für 250 bis 300 Rupien abgenommen und für das 140- bis 300-Fache an europäische Adoptiveltern verkauft. Im Mai 1982 titelt der «Tages-Anzeiger»: «Baby-Schmuggel auch nach der Schweiz».

 

Die «Schweizer Illustrierte» legt einen Artikel nach. Der Journalist bezeichnet Honegger als «Bollinger Maklerin» und lässt eine in Sri Lanka lebende Nonne sprechen. Die Nonne sagt, «dass man bei bestimmten Agenten auch Kinder bestellen kann, die noch gar nicht gezeugt worden sind. Sobald die ‹Bestellung› vorliegt, wird ein Mädchen, das mit dem Geschäft einverstanden ist, geschwängert und liefert nach neun Monaten die Ware ab.»

 

Im Herbst 1982 erhält der Vormundschaftsdienst des Kantons St. Gallen einen Brief von einem Ehepaar. Das Paar ist nach Sri Lanka gereist und ohne Kind zurückgekehrt. Die Frau schreibt, Alice Honegger habe ihr in Sri Lanka mehrere Kinder angeboten. «Das zweite Kind war ein herziges. Aber ich konnte mich nicht entscheiden, ich hatte einen Schock und gab das Kind zurück. Frau Honegger sagte, ich könne bis zu 50 Kinder anschauen – bis mir eines gefalle. Da ich diesen Kinderhandel nicht durchstehen konnte, kehrte ich nach Hause zurück.»

 

In Colombo wird Botschafter Claude Ochsenbein durch die Presseberichte aufgeschreckt. Er beginnt über das Milieu der privaten Adoptionsvermittler zu recherchieren. Einige Zeit später schickt er einen ausführlichen Bericht nach Bern. Ochsenbein schreibt, es handle sich bei den Schwangeren oft um ledige Frauen aus ländlichen Gebieten, die nicht rechtzeitig hätten abtreiben können. In Colombo fielen sie in die Hände von «luschen Schleppern».

 

Ochsenbein berichtet auch von einer Begegnung mit einem reichen Schweizer Arzt vor Ort. Dieser habe ihm anvertraut, dass er keine Zeit zu verlieren habe und sein Kind noch diese Woche bekomme, «koste es, was es wolle». Wenige Tage später sei er mit einem Bébé in die Schweiz zurückgereist.

 

Herr und Frau O., die Eltern von Ramani, lassen sich bald nach der Rückkehr in die Schweiz scheiden. 1983 kommt es zum Sorgerechtsstreit. Der Gemeinderat des Wohnortes lässt das Kind in der Obhut der Mutter. Aus Sicht der Bedürfnisse des Kindes seien zwar «nicht alle optimalen Voraussetzungen» erfüllt, heisst es in den Akten. Ein Wechsel in eine andere Familie sei dennoch die schlechtere Option.

 

Der Pflegevater verschwindet aus Sarahs Leben. Die Mutter heiratet ein zweites Mal. Sarah realisiert lange Zeit nicht, dass die Mutter nicht die biologische sein kann. Als das Kind sechs ist, sagt ein Gspänli im Kindergarten zu ihr, die richtige Mutter habe sie auf der Strasse ausgesetzt. Sarah rennt heim und fängt an, Fragen zu stellen.

 

Als Sarah elf ist, reist sie mit der Mutter nach Sri Lanka. Die Mutter fragt: «Willst du deine leibliche Mutter suchen?» Sarah ist überfordert. Mit zwanzig will Sarah die Mutter nach Sri Lanka einladen. Jetzt will die Mutter nicht mit. Mit Mitte zwanzig verliebt sich Sarah in einen Mann. Sie zieht zu ihm nach Genf, noch im gleichen Jahr wird sie schwanger. Nach der Geburt bricht die Mutter den Kontakt zu Sarah ab. Warum, weiss Sarah bis heute nicht genau.

 

Im Herbst 2016 fasst Sarah einen Entschluss. Sie will ihre biologische Mutter suchen.

 

 

 

 

 

 

 

Mit 35 beschliesst Sarah Ramani Ineichen, dass sie ihre Mutter suchen will. (Bild: Karin Hofer / NZZ)

 

Sarah schreibt eine Karte an den ersten Vater. Sie sei die Pflegetochter, sie wohne in Genf, es gehe ihr gut, sie sei verheiratet, habe drei Kinder, keinen Kontakt mehr zur Mutter, aber viele Fragen. Zwei Monate später trifft sie den Vater. Er bringt eine Geburtsurkunde mit. Jetzt hat Sarah eine Adresse.

 

Name der Mutter: Neranjala Kandeepan

 

Geburtsdatum der Mutter: 23. 10. 1958

 

Geburtsort: Colombo

 

Wohnort: 78710, 2nd Lane Kuruppu Road Borella

 

Sarah tippt die Adresse auf Google Earth ein, einmal, zweimal, zwanzigmal. Im März 2017 fliegt sie mit der besten Freundin nach Sri Lanka.

 

In Colombo geben die Frauen einem Chauffeur die Adresse an. Aber eine Neranjala Kandeepan wohnt dort nicht. Im angeblichen Geburtsspital, der Castle Street Maternity in Colombo, lässt Sarah Ineichen das Geburtenbuch überprüfen. Am 23. Februar 1981 ist hier kein Kind mit Namen Ramani auf die Welt gekommen. Die Freundinnen suchen die Einwohnerbehörde auf. Eine Neranjala Kandeepan, geboren am 23. Oktober 1958, existiert in Sri Lanka nicht.

 

Sarah Ineichen ist Hebamme. Sie hat das Wunder der Geburt zu ihrem Beruf gemacht. Sie hat früh angefangen, die Umstände der eigenen Geburt zu hinterfragen. Aber statt Antworten findet sie in Sri Lanka nur noch mehr Fragen.

 

Im September 2017, sechs Monate nach Sarah Ramani Ineichens Rückkehr in die Schweiz, macht der niederländische Fernsehsender Zembla neue Recherchen zu den Adoptionen publik. Demnach hatten kriminelle Vermittler vor Ort Schauspielmütter engagiert, um den Adoptionen den Anschein der Legalität zu geben. Eine Frau erzählt in der Sendung, sie sei dafür bezahlt worden, dass sie sich als biologische Mutter ausgegeben und den Verzicht auf das Kind erklärt habe.

 

Im Dezember 2017 reist Sarah Ramani Ineichen mit ihrer Familie erneut nach Sri Lanka. Trotz der Enthüllung über die Schauspielmütter ist sie überzeugt: Wenn sie Neranjala Kandeepan findet, findet sie ihre Mutter. Eine Vertrauensperson vor Ort schlägt vor, im Abstimmungsbüro nach dem Namen zu suchen. Endlich, ein Treffer.

 

Sarah Ramani Ineichen fährt zu der Adresse. Der Ehemann stellt sie vor, sagt, sie komme aus der Schweiz und suche Neranjala Kandeepan. Die Mutter des Hauses, eine breite, grossbusige Frau, holt einen Pass hervor. «Neranjala Kandeepan, das bin ich», sagt sie. Aber sie sagt auch: «Ich bin nicht deine Mutter.»

 

Neranjala Kandeepan ist eine Schauspielmutter. Sie habe 30 Dollar dafür bekommen, dass sie ihre Mutter spiele, erzählt sie Sarah. Die Geburtsurkunde sei gefälscht. Sarah will ihr nicht glauben. «Vielleicht will sie mich verheimlichen», denkt sie. «Vielleicht traut sie sich nicht, vor der Familie zu sagen, dass sie meine Mutter sei.» Die grosse Nase, der Haaransatz, die Augenfältchen. Das müsse doch die Mutter sein, glaubt Sarah. Sie bittet die Frau um einen DNA-Test. Zu Neujahr hat sie Gewissheit.

 

Bei 12 der 15 STR-Loci gab es kein Allel von Frau Neranjala Kandeepan(vermeintliche Mutter), das mit einem Allel von Frau Sarah Ramani Ineichen (Kind) gemeinsam war. Dies ist kein Ergebnis, das von einer biologischen Beziehung zwischen Mutter und Kind erwartet wird. Daraus lässt sich schliessen, dass Frau Kandeepan nicht die biologische Mutter von Frau Sarah Ramani Ineichen ist.

 

Im Januar sucht Sarah Ramani Ineichen einen Traumatherapeuten auf. Sie wisse nicht mehr, wer sie sei, erzählt sie ihm. Ihr zweiter Vorname sei eine Lüge, der Geburtstag vielleicht auch. Im Februar, einen Tag nach dem vermeintlichen Geburtstag, gründet Sarah Ramani Ineichen einen Verein. Über eine amerikanische DNA-Datenbank hat sie eine biologische Cousine gefunden, die in Zürich lebt. Zusammen bauen die beiden «Back to the Roots» auf, eine Anlaufstelle für Schweizer Adoptierte aus Sri Lanka.

 

Der Verein gewinnt rasch Mitglieder. Auch Adoptiveltern treten bei. Manche von ihnen unterstützen ihre Kinder bei der Aufarbeitung der eigenen Geschichte. Aber nicht alle finden gut, dass die Adoptierten in der Vergangenheit herumstochern. Ein Elternpaar schreibt an Sarah Ramani Ineichen, sie solle doch einfach dankbar sein für das, was sie habe. «Schauen Sie sich die andere Variante an: Sie wären nicht adoptiert worden. Was wäre aus Ihnen geworden? Sie würden möglicherweise, falls Sie überhaupt noch am Leben wären, in einer Abfallgrube Plastikflaschen sammeln, um wirtschaftlich überleben zu können.»

 

Sarah Ramani Ineichen sagt, sie sei dankbar. Dankbar, dass sie eine gute Ausbildung habe machen dürfen. Dankbar, dass sie gesund sei. Aber vielleicht wäre sie auch gesund gewesen, wenn sie in Sri Lanka geblieben wäre. «Und selbst wenn nicht: Niemand kann sagen, ob ich nicht lieber in den Armen meiner Mutter gestorben wäre. Niemand. Ausser mir.»

 

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Die Sache mit der Beziehung.

 

Heute geht eine Beziehung höchstwahrscheinlich zu Ende. Dabei haben Michaela Huser und ich uns so gut verstanden. Jeden Tag hat sie auf mich gewartet. Ungefähr so wie Hachiko, der zehn Jahre lang jeden Tag treu auf sein, schon vestorbenes, Herrchen am Bahnhof gewartet hat. Bis auch er starb. Michaela stand nicht am Bahnhof. Sie war überall. Beim Kreisel in Brugg, beim Ortseingang in Gebensdorf, in Birmensdorf. Und beim Ortsende auch schon wieder. Sie war fast göttlich. Und ihr Name war auch so leicht zu behalten. Ihr Name zwischen all den anderen in diesem Wald an Wahlplakaten.. Alime  Köseciogullari z.B. ist kein guter Name. Nichts gegen Alime Köseciogullari als Person. Weit entfernt!  Aber wenn ich einen Namen in Grossschrift von einem Blatt Papier lesen muss, jedes Mal, wenn ich ihn gebrauchen will, ist mir das zu anstrengend. Der ist zu kompliziert. Nein, da ist meine Michaela Huser schon von einem ganz anderen Schlag. Leicht zu behalten, gut anzusehen und nach unserer kurzen und heftigen Beziehung habe ich 4 Jahre lang meine Ruhe. Sie zieht sich dann zurück in aller Bescheidenheit (ja, sie ist sehr bescheiden, denn ich hatte bis vor kurzem noch nie von ihr gehört) um zu überdenken, was sie bei der nächsten Wahl für ein tolles Foto auf dem Plakat drucken lassen will. Denn die ersten Ergebnisse der Wahlen sind nicht so gut. In Islisberg, der ersten Gemeinde im Aargau, die ihre Stimmzettel gezählt hatte am Sonntag, hat  die SVP nur noch 40% der Stimmen bekommen. Diese Zahlen haben mich dazu veranlasst, mich mal etwas näher mit dieser Grossgemeinde zu befassen, denn vielleicht ist das Ergebnis von Islisberg ja stellvertretend für die ganze Schweiz und hat EMS-Chefin und SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher sich die Ergebnisse aus Islisberg direkt in ihr Hauptquartier faxen lassen.

 

 

Islisberg, liebevoll das Nashornhorn der Schweiz genannt,  ist seit 1983 eine Gemeinde im südöstlichen Teil vom Kanton Aargau mit einer Bevölkerungsdichte von 369 / km², was nach viel klinkt, aber bei einer Oberfläche von 1,65 km² nur insgesamt 609 Einwohner  umfasst, von denen 11,7% (das sind 71,25 Personen) kein Bürgerecht haben und demzufolge  wahltechnisch für Frau Martullo und Michalea völlig uninteressant. Bleiben also 537,75 Personen übrig von denen höchsten 50%  auf Grund ihres  Alters stimmen dürfen. Das sind  268,875 Stimmberechtige, aber da ich nicht  glaube,  dass die 0,875 Person einen Stimmzettel ausfüllen will und kann, runde ich ab auf  268 Stimmberechtigte. Das wären 111 Stimmen für die SVP, aber da schätzungsweise 40% der Stimmberechtigten stimmen, bleiben der SVP 55,5 Stimmen. Sagen wir grosszügigerweise 56.

 

Da werden Frau Magdalena Martullo und Michaela sich aber freuen. Sich freuen darüber, dass Islisberg nicht stellvertretend für die ganze Schweiz steht. Oder doch?

 

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Stellung des Tages: "Wir leiden oftmals nicht an die Folgen von Überforderung, sondern von Unterforderung".

Ab heute sind wir (PhysioMadou) auch auf Facebook. Sieh dir an was gepostet wird und wer uns unterstützt.

 

Unsere Praxisadresse ist:

 

Barzstrasse 3 · 5330 Bad ZurzachTel. 056 249 09 24 · 079 528 67 97

 

Behandlungen nur auf Vereinbarung!

 

 

www.PhysioMadou.ch

 

Wer wir sind

Wir sind eine neue Privatpraxis in der Physiotherapie mit grosser Erfahrung im neurologischen, orthopädischen Bereich sowie im (präventiven) Sport.

 

Was wir leisten

Sie können bei uns behandelt werden auf Verordnung Ihres Arztes, sowohl in unserer Praxis oder bei Ihnen zu Hause (Domizilbehandlungen) Behandlungen ohne ärztliche Verordnung sind auch möglich, müssen aber separat abgerechnet werden.

Kontakt

Vorläufig finden die Behandlungen statt in der Barzstrasse 3 in Bad Zurzach.

Sie können uns erreichen unter 056 2490924, 079 5286797 oder per Mail (physiomadou@gmail.com)

 


Wir lieben, was wir tun


Unser Leitsatz:

"Wenn dir dein Leib lieb ist".