Die Sache mit dem Hula-Hoop

Die Vorgeschichte.

Letzte Woche war ich beim Zahnarzt. Ja es wird euch überraschen, aber auch ich habe Zähne. Kontrolle war angesagt und Zahnhygiene. Die Kontrolle macht der Zahnarzt, die Hygiene seine Assistentin, die den Titel Dentalhygienikerin trägt.

Wie das so ist bei Berufen, wo Körperkontakt unvermeidlich ist, entsteht manchmal eine gewisse Nähe und so kam es, dass die Dentalhygienikerin sich nach zehn Minuten eine Pause gönnte und zu mir sagte, ob sie mir eine, nicht der Behandlung betreffende, Frage stellen durfte. Ich dachte schon: ‘’ Oh mein Gott, was kommt jetzt? Sie wird doch nicht….’’.

‘’ Was halten Sie (sie sagte ‘’Sie’’, was mich etwas beruhigte) von so einem Reifen zum Abnehmen’’. Jetzt muss ich dazu sagen, dass die besagte Hygienikerin einige, möglich durch Corona bedingten Bewegungsmangel oder Frustessen verursachte, Kilos extra auf den Rippen und um die Hüfte hatte. Da ich nicht von allen blöden Trends auf dem Laufenden bin, habe ich mein Gesicht erst einmal zu einem grossen Fragezeichen verformt. ‘’ Na, Sie wissen schon, so einen Kunststoffreifen, den man um die Hüfte schwingt. ’’ Ich wusste es nicht, aber da kam mir  wie eine Erleuchtung das Bild eines jungen Knabes in den Sinn, der einen Plastikreifen (Durchmesser etwa 100cm) durch mehr oder weniger rhythmische Kreisbewegungen der Hüfte auf Höhe der Taille zu halten versuchte. Zu meiner Verteidigung: Meine beiden älteren Schwestern hatten mich dazu gezwungen, indem sie behaupteten, ich könne das nicht so gut wie sie.  Sie hatten Recht, aber das gibt ein Neunjähriger natürlich nicht ohne weiteres zu.

Die Geschichte:

Seinen Ursprung hat der Hula-Hoop bereits in der Antike. Damals war es allerdings noch ein schwerer Holzreifen den man verwendete, um ihn mit den Händen oder mit Hilfe eines Stockes vor sich her zu rollen.

Dieser Reifenlauf erforderte jede Menge Geschick und Ausdauer und wurde um 400 v. Chr. in der Corpus Hippocraticum einer Schrift Über die Lebensführung bereits als Übung zur Wiederherstellung der Gesundheit beschrieben.

Auch bei den Indianern kam ein Reifen zur Verbesserung der Jagdtechnik und Zielsicherheit zum Einsatz. Der rollende Reifen musste dabei mit Stangen oder Pfeilen durchschossen werden.

Der Hula Hoop Reifen als Spielgerät

Über die Jahre entwickelte sich der Hula Hoop aber immer mehr zum Spielgerät, mit dem sich sowohl Jung als auch Alt die Zeit vertrieben und ihre Geschicklichkeit trainierten.

Die Kinder im 19. Jahrhundert lieferten sich im Reifentreiben sogar richtige Wettkämpfe, indem sie den Reifen mit Stöcken oder bloßen Händen vor sich her rollten. Die Reifen waren dabei nicht nur noch aus Holz, sondern es kamen oftmals auch Eisenringe von alten Holzfässern und später auch Fahhradfelgen ohne Speichen und Narben zum Einsatz.

 

Der moderne Hula-Hoop, wie wir ihn alle noch als unserer Jugend kennen, wurde 1958 vom kalifornischen Spielzeughersteller Wham-O Corp entwickelt. Sie brachten einen Kunststoffreifen, als Spielgerät für Kinder, unter dem Namen Hula-Hoop auf den amerikanischen Markt. Der Name setzte sich aus dem hawaiianischen Tanz Hula und dem Wort Reifen, englisch Hoop, zusammen. Der Hula-Hoop schlug ein wie eine Bombe und verkaufte sich in nur 4 Monaten 25-millionenmal!

Kein Wunder also, das sich der Hula Hoop im selben Jahr auch in Europa, und somit bei uns auf dem Bauernhof, mehr und mehr wachsender Beliebtheit erfreute. Nicht nur Kinder, auch Erwachsene hatten ihre Freude an dem simplen und doch genialen Kunststoffreifen. Man erlernte Tricks, bestaunte Artisten im Zirkus, die mit unzähligen Reifen um den ganzen Körper jonglierten oder nutzte ihn zur Verbesserung der Beweglichkeit. Seitdem ist der Hula-Hoop nicht mehr weg zu denken. Er fehlt in keinem Kinderzimmer, findet Verwendung im Schulunterricht und ist bis heute noch Bestandteil der Rhythmischen Sportgymnastik und somit sogar olympisch.

Der Hula-Hoop-Reifen als Fitnessgerät

Seit nicht allzu langer Zeit erfreut sich der Hula-Hoop auch erneut wachsender Beliebtheit im Fitnessbereich. So kommt er verstärkt als Trainingsgerät für ein Body-Workout zum Einsatz, da er eine spaßbringende und preiswerte Alternative zu kostspieligen Fitnessgerät bietet. Das behaupten allerdings die Vertreiber. Die neueren Reifen sind dabei schwerer und größer als die Spielzeugreifen für Kinder. Sie ermöglichen ein ganzheitliches Training der Rumpfmuskulatur und gleichzeitig ein Training des Herz-Kreislauf-Systems. In Kombination mit Musik werden sie im Hoop Dance eingesetzt oder sind mit Massagenoppen und Magneten ausgestattet, die das Training noch effizienter machen sollen.

Viel hat sich also von damals bis heute geändert, aber am Anfang war ein einfacher Holzreifen, dessen Prinzip noch heute die ganze Welt erfreut.

Was mich zurückführt zu unsere Dentalhygienikerin. Ich habe sie verwiesen auf die Webseite: https://hula-hoop-reifen-kaufen.de/tipps/welcher-hula-hoop-passt-zu-mir/

Darin werden wichtige Fragen wie: Können dicke Menschen Hula-Hoop? Wie oft und wie lange Hula-Hoop? Welcher Hula-Hoop-Reifen ist der richtige für mich? Welcher Hula-Hoop-Reifen für Anfänger? Wie findet man den richtigen Hula-Hoop?

 

Da die Hygienikerin mich ja noch öfters in der Zukunft behandeln muss und wird mit ihren gefährlichen Hygienegeräten, habe ich ihr gesagt, sie soll das Wort ‘’dicke’’ durch ‘’alle’’ ersetzen. Ich bin ja ein einfühlsamer, taktvoller Mensch. Ein Frauenflüsterer halt.

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Die Sache mit 3001

Wir schreiben das Jahr 3001. Alle Länder Europas, sogar Dänemark, Gross-Britannien und Lichtenstein, haben sich vereint im ZWWM-Union (Zusammen Wissen Wir Mehr-Union). Die Schweiz hat sich auch informiert, scheiterte aber am Ständeeinstimmigkeitsprinzip, das seit dem Jahr 2210 eingeführt worden war. Diese besagte, dass bei allen Entscheiden alle Kantone einverstanden sein mussten. Seitdem war nur Ein entscheid angenommen worden. Stimmrecht hatten seit dem Jahr 2510 nur noch über 65-jährige. Dies konnte angenommen werden, weil alle unter 65-Jährigen  ausgewandert waren in die ZWWM-Union. Somit hatten die über 65-Jährigen das sagen. Also wurde der Anschluss an die ZWWM-Union abgelehnt. Diesmal war es der Kanton Wallis, der bockte.  Deren Einwohner lernten und sprachen seit einigen Jahrhunderten nicht mehr die Amtssprache (Wchwyzerdütsch) und konnten somit die Vorlage, die zu dem besagten Thema eingereicht worden war, nicht lesen. Deshalb hatten sie ‘’NEIN’’ gestimmt.

Die Situation auf den Strassen in der Union und in der Schweiz war 3001 katastrophal. Es gab so viele Autos, dass man nicht mal mehr auf eine Strasse fahren konnte und somit kam das öffentliche Leben fast vollständig zum erliegen.

Die ‘’ZWWM-Union’’  hatte sich daher wegen dieser Verkehrssituation  kurzerhand entschlossen, solarenergieangetriebene Leichthubschrauber als einzig zugelassenes Verkehrsmittel (neben dem ÖV) zuzulassen. Da man in der Schweiz auch nicht mehr weiter kam, wurde diese Massnahme ‘’auf Probe’’ übernommen. Sogar Wallis war einverstanden. Dafür hatte man eigens  eine Übersetzung des Wortes Leichthubschrauber (helicoptere legere) gemacht, damit die wussten worum es ging.

Die Umsetzung dieses Planes erforderte, dass man Lande- und Abflugplätze einrichten musste, in der Schweiz neben jeder Überbauung natürlich,  dass man entscheiden musste, wer wann wo und warum fliegen durfte, mit den dazugehörigen Ausnahmeregelungen usw. Es mussten Entwürfe für Spezialflugscheine in Auftrag gegeben werden. Oh,  die Beamten in den Regierungshotspots der Kantone und des Bundes rieben sich die Hände. Das gab für Jahre extra Arbeit mit Überstunden und allem. Sie waren überglücklich.

In der ZWWN-Union machte man sich nicht so viel Arbeit. Homeoffice blieb die wichtigste Grundlage für die Büroarbeiten, aber man baute 20 Fabriken um die Solarhubschrauber zu bauen,die es brauchte, erlaubte allen, die einen Führerschein hatte, seinen Flugschein zu machen und landen und aufsteigen konnte man auf  und von den Strassen, wo keine Autos mehr fahren durften. Innerhalb von einem Jahr flogen tagsüber, nachts ging nicht wegen Mangel an Sonnenenergie, die Solarhubschrauber durch die ganze Union und das öffentliche Leben erlebte ein ‘’Revival’’. Die Wirtschaft erlebte eine neue Blütezeit. Da Harry Reeves Musk, Nachfahre von Elon Musk,  den auf Tesla-technologie basierten Hubscharuber entwickelt hatte und diesen in der ZWWM-Union in den 20 Fabriken gebaut wurde, waren die anfänglichen Sorgen, ein Hubschrauber könnte abstürzen oder mit anderen zusammenstossen, schnell vergessen.

In der Schweiz ging die Planung inzwischen voran. Es wurden Regeln erstellt, wer fliegen durfte und wann und warum, natürlich mit den bekannten Ausnahmen, die Lande- und Abflugplätze wurden errichtet, eine Flugsteuer wurde vom Ständerat einstimmig beschlossen (alle mussten pro geflogenen Kilometer Sfr 2,50 Steuern zahlen mit Ausnahmen von Rentnern und Pensionären) und somit stand nichts mehr einen Start der ersten Solarhubschrauber im Wege. Da man es in der Schweiz nicht für nötig gehalten hatte, eine eigene Fabrik zu bauen (zu teuer), wurde in der ZWWM-Union  eine Offerte angefordert für 100.000 Solarhubschrauber. Natürlich wollte man einen Mengenrabatt bekommen. Da die Nachfrage in der ZWWM-Union sehr gross war und das Angebot gerade mal ausreichend für die ZWWM-Union selbst, wurde ein Mengenrabatt nicht gewährt und letztendlich kaufte die Schweiz nur 10000 Solarhubschrauber. Für die Beamten hörte man hinter vorgehaltener Hand flüstern.

 

Ein Jahr später: Die Solarhubschrauber sind in der ZWWM-UNION zum Alltagsbild geworden. In der Schweiz liegen die Abflug- und Landeplätze leer da. Kein Hubschrauber landet oder fliegt ab. Es gab ja so gut wie keine. Und weil die Plätze so wenig gebraucht wurden, hatte man sie grösstenteils geschlossen.  Scheint euch diese Geschichte unrealistisch? Dann ersetzt das Wort Lande- und Abflugplatz durch Impfzentrum Leuggern,  Laufenburg und Menziken, Autos durch Virus, und Solarhubschrauber durch Impfstoff. Noch immer unrealistisch?

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Die Sache mit dem Montag

Eine Bekannte von mir aus Holland videochattete mich Ende Februar an und jubelte durch die Webcam: `` Die Frisöre gehen wieder auf. Kann ich endlich meine Haare wieder machen lassen. `` Da ich dieses Problem nicht kenne, ich habe seit nunmehr 30 Jahre die gleiche Frisur, habe ich die Wortlawine über mich ergehen lassen und aus Höflichkeit ab und zu etwas zur Konversation beigetragen oder jedenfalls versucht. Nach so einer traumatischen Periode wollte ich nicht gleich, wie üblich während unseren Videokontakten, den Mute-Knopf ausprobieren und mich dem Schicksal ergeben. In einer der spärlichen Momente, wo meine Bekannte einatmen musste, fragte ich schnell, wann sie denn gehe.

`` Mein Frisör hat mir letzte Woche, als ich ihn anrief, gesagt, ich könne jederzeit für einen Termin anrufen, wenn der Frisörlockdown beendet wird. Und das ist am 3. März.  Ich rufe ihn gleich an, denn am Dienstag nach dem Lockdowm-Ende , am 9. März also,   habe ich ein Vorstellungsgespräch und dann muss ich gut aussehen.  Ich mache einen Termin für Montag.``

In der besagten Woche, am Mittwoch, videochattete ich sie an um zu hören, wie das Vorstellungsgespräch gelaufen sei.  Schon die ersten Webcambilder liessen schlimmes erahnen.  Ihre Haare sahen nicht viel anders aus als in den vergangenen Wochen, höchstens etwas länger. Da ich der geborene, nicht immer als solchen erkannten,  Diplomat bin, fragte ich sie zuerst mal, ob sie die Stelle bekommen habe. `` Nein``, sagte sie etwas zerknirscht. `` Ich sollte Kundenberaterin werden, aber der Personalchef sagte, sie suchen noch etwas weiter. Ich entspräche nicht ganz ihrem Vorstellungsbild einer Beraterin. Dabei hatte ich mich so gut wie es ging vorbereitet. ``

``Ja``, sagte ich,`` du warst ja sogar beim Frisör. Oder nicht? ``sagte ich, wobei ich auf ihre ungestylte Haare schaute.

`` Eben nicht``, sagte sie. ``Ich habe letzten Freitag angerufen wegen einen Termin am Montag, vorgestern also.``

``Und?``

 

 `` Ich könnte frühestens am Dienstag kommen. Am Montag ginge nicht. Da habe er seinen Ruhetag``.

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Die Sache mit dem Hubschrauber und dem E-Dreirad.

Herr H war schon 82 Jahre alt als ich ihn 2018 kennenlernte. Ich sollte ihn zu Haus behandeln wegen Gangunsicherheit und verminderter Belastbarkeit. Ich traf einen etwa 190 grossen Mann an, dessen rechter Arm und rechte Bein nicht gut funktionierten, wie nach einem Schlaganfall. Er selbst meinte auch es wäre ein Schlaganfall gewesen. Da er Bluthochdruck hatte, Diabetiker war, Staublungen und ein schwaches Herz mit Herzklappenprobleme hatte, erschien mir das schon möglich. Was nicht daran stimmte, war, dass bei einem Schlaganfall mit Ausfallerscheinungen an der rechten Körperhälfte das Sprachzentrum im Kopf auch betroffen ist. Man kann z.B. entweder die richtigen Wörter nicht finden oder sie aussprechen. In dem Fall hatte Herr H keine Störung im Sprachzentrum, wenn man mal davon absieht, dass er ununterbrochen geredet hat. Seine Frau dagegen, etwa 150cm gross und von feiner Gestalt, sprach nur das höchstnötige.

Herr H war sehr unternehmensfreudig. Da er sich Fuss nur noch mit Rollator fortbewegen konnte, suchte er sich im Internet ein geeignetes Fortbewegungsmittel und fand das in Form eines E-Dreirades mit Schalensitz: Dem `` Van-Raam-Easy-Rider``.

 

Hinten montierte er eine Plattform für seinen Rollator und schon war Unternehmen ``ich bin mal kurz weg`` gestartet. Und wie er weg war. Klingnau, Endingen, Bad Zurzach. Zum OBI. Und alles mit dem Dreirad.

An einem Freitag, unserem wöchentlichen Therapietag und wie immer um 10 Uhr, bemerkte ich, wie sein rechtes Bein völlig zerkratzt war. `` Haben Sie sich eine Katze zugelegt? `` fragte ich. `` Die hat er schon lange`` rief seine Frau aus der Küche, ``frag ihn mal, was er wieder gemacht hat``.

Ich sah ihn an und er sagte mit er sei mit dem Dreirad am Rhein entlang von Koblenz in Richtung Bad Zurzach gefahren. ``Über der Waldpfad? `` fragte ich ungläubig. ``Da geht es bei der Ruine der Römerwache aber steil bergauf mit vielen Steinen und Wurzeln. Ging das? ``

`` Halbwegs`` antwortete er. `Dann bin ich stecken geblieben. Ich bin dann ausgestiegen und wollte das Rad hochschieben, aber als ich die Bremse löste, rollte es zurück gegen mein Bein. Da blieb es dann stehen, aber ich konnte nicht weiter. ``

`` Und wie sind Sie dann heimgekommen? `` ``Ein paar Spaziergänger kamen nach etwa 5 Minuten vorbei und haben das Rad hochgeschoben bis oben. Ich bin dann über die Hauptstrasse zurück nach Hause``.

Am 3 Februar weckte er nachts seine Frau. Es ginge ihm nicht gut. Es gab, so sagte er ihr, einen ``Knall`` hinter dem Brustbein und er bekäme kurz keine Luft. Er meinte er müsse sterben.  Seine Frau rief den Hausarzt an, der ihr riet, direkt 144 (Notruf) anzurufen und ihren Mann nach Baden bringen zu lassen.

Nachmittags um etwa 13.30 Uhr rief er vom KSB (Kantonspital Baden) aus an und erzählte seiner Frau, er müsse entweder nach Basel oder Zürich mit dem Hubschrauber, um operiert zu werden. Wenn er in Baden bliebe, müsse er sterben. Die Aortaklappen wären defekt. ``Was würdest du machen?`` fragte er seine Frau. ``Was sind die Chancen, dass die Operation gelingt?`` war darauf ihre Antwort. ``Kaum. `` antwortete er. ``Dann würde ich das nicht machen lassen`` sagte sie. `` ich danke dir``, sagte er erleichtert. `` Das war auch meine Meinung``. Nach einer kurzen Stille sagte er dann: `` Wenn ich dich nicht mehr sehe, möchte ich dir danken, dass du all die Jahre für mich da warst.``

Nachdem er aufgelegt hatte, beeilte die Frau H sich mit ihrem 86 Jahren im Auto nach Baden. Da hörte sie, dass ihr Mann unmittelbar nach dem Telefonat friedlich eingeschlafen war.

 

Gestern, es war Freitag 10 Uhr, war ich bei Frau H zu Besuch. Es ging ihr gut. Sie hat anderthalb Stunden gesprochen und erzählt über sich und ihr Leben mit ihm. Ununterbrochen.

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Wie wir umgehen mit Corona

Wie wir umgehen mit Corona.

Eine Patientin von mir hatte sich Ende November infiziert mit dem Coronavirus. Sie wurde auf offener Strasse in der Bundeshauptstadt, wo sie (mit Mundschutz) unterwegs war, von einem Passanten voll ins Gesicht gehustet. Einige Tage später bekam sie Kopfschmerzen und hatte Fieber.

Danach wurde sie so schwach, dass sie kaum Ihr Handy aufheben konnte, um den Hausarzt anzurufen, der ihr riet zur Praxis zu kommen. Er kam nicht, wegen Coronaverdacht. Auch durfte sie sich nicht von einem Bekannten hinfahren lassen. Wegen Infizierungsgefahr für den Fahrer. Sie musste sich ins Auto schleppen und selbst hinfahren.

Bei der Praxis angekommen musste sie sich melden in einem Containerunit, extra für Patienten mit Verdacht auf Corona neben und separat von der Praxis aufgestellt. Das hatte man getan, um Coronapatienten und ``normale`` Patienten nicht in Kontakt kommen zu lassen. Da, im Container, wurde sie getestet, und zwar positiv. Aber ins Spital bräuchte si nicht gehen, es ei denn es ginge ihr noch schlechter. Aber sie dürfe nicht gebracht werden. Eventuell mit dem Krankenwagen.

Da er bei der Untersuchung ein rasselndes Geräusch in der Lunge festgestellt hatte, sagte der Arzt, sie müsste eigentlich ein Röntgenbild der Lunge machen lassen, aber das Röntgengerät stand in der Praxis nebenan, und da dürfe sie nicht hinein. Aber sie könne sich zur Notaufnahme im Kantonspital gehen, um sich röntgen zu lassen. ``Steht der Röntgenapparat auch in einem separaten Trakt? `` fragte sie.

`` Eh……nein``

`` Gibt es einen separaten Eingang für Coronainfizierte? ``

`` Nein, sie müssen sich einfach in die Notaufnahme begeben, wo alle hineingehen``

`` Aber dann infiziere ich ja womöglich andere, nicht Coronapatienten.``

`` Eh….``

Also, um eine lange Geschichte kurz zu machen. Sie ging nicht hin, sondern nach Hause, ins Bett, da sie ja krankgeschrieben war mit dem positiven Coronabefund. Nach Hause, wo sie in zwei Wochen 7 Kilo an Gewicht verlor, bevor sie nach 3 Wochen wieder halbwegs auf den Beinen stand.

Zwei Wochen später war sie bei mir in der Praxis. Auf meine Frage ob sie jetzt Coronanegativ sei, sagte sie: `` Das weiss ich nicht. Man wollte mich nicht nochmals testen. Das wäre nicht nötig, denn ich wäre ja wieder gesund und ich bräuchte den positiven Coronabefund ja nur um von der Versicherung das Krankentaggeld bekommen zu können. Wenn man sich wieder erholt habe, brauche man sich nicht mehr testen. Zu teuer. ``

`` Aber sie könnten mich oder andere ja noch anstecken, wenn sie noch nicht negativ sind``.

`` Da müsste ich, laut Arzt, schon Profifussballer, Skispringer oder sonst was sein um einen Kontrolltest zu bekommen``.

Willkommen im Jahr 2021. Das Jahr, das in die Geschichte eingehen wird als: Lockdownjahr.

 

 

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Stellung des Tages: "Wir leiden oftmals nicht an die Folgen von Überforderung, sondern von Unterforderung".

Ab heute sind wir (PhysioMadou) auch auf Facebook. Sieh dir an was gepostet wird und wer uns unterstützt.

 

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Sie können uns erreichen unter 056 2490924, 079 5286797 oder per Mail (physiomadou@gmail.com)

 


Wir lieben, was wir tun


Unser Leitsatz:

"Wenn dir dein Leib lieb ist".